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1.3 Von der Säkularisation bis zum Wirtschaftswunder nach dem 2. Weltkrieg:

Nachdem die Edenhauser Dorfkirche eine Eigenbesitzung des Prämonstratenser-reichsstiftes Ursberg und keine selbständige Pfarrei mit Pfarrpfründe- und Kirchenstiftung war, begannen nach der Auflösung des Ursberger Prämonstratenserklosters am 14.12.1802 auch für die Edenhauser Kirche ernsthafte Probleme: Der Bayerische Kurfürst Maximilian, dem das Staatsgebiet des Reichsstiftes Ursberg entschädigungslos zugeschlagen wurde, wurde Eigentümer praktisch aller bisherigen Kirchenbesitzungen. Der letzte Abt, Aloisius Högg, musste abdanken und starb bald darauf aus Gram und Ärger über die Schikanen, die sich die Beamten des Bayerischen Kurfürsten einfallen ließen: Sämtliche Möbel, Messutensilien, Messgewänder und alle wertvollen beweglichen Sachen wurden öffentlich versteigert, die Klostergebäude wurden zweckentfremdet, die Ordensbrüder in den Laienstand zurückversetzt und der Konvent aufgelöst. Die Edenhauser Kirche sollte als Nicht- Pfarrkirche abgebrochen und die Pfarrgemeinde mit Attenhausen (1805) zusammengelegt werden. 1837 erbten die Edenhauser vom ehemaligen Ursberger Pater Norbert Welz (1756-1837) fast 3.000 Gulden als Grundstock für eine Priesterwohnung. Dies verhinderte letztendlich den Abbruch des Edenhauser Gotteshauses. Am 2.4.1845 zog Benefiziat Johann Nepomuk Strobel im Dorf ein. Zum 31.12.1847 wurde die Pfarrverbindung mit Attenhausen endgültig gelöst und der Fortbestand der Edenhauser Kirche war von nun an gesichert. 1859 wurde die alte, fast unbrauchbar gewordene Orgel durch eine neue ersetzt. 1867 wurde der Turm um 60 Fuß erhöht und ein Spitzdach angebracht. Die barocke Inneneinrichtung wurde zwar 1846 repariert, fiel aber ab 1874 einer grundlegenden Renovierung und Umgestaltung zum Opfer. So schreibt Alfred Lohmüller in der Festschrift zum 150-jährigen Jubiläum der Musikkapelle Edenhausen: „Ende des 19. Jahrhunderts war es Mode geworden, den barocken Kirchenstil durch die strengere Neuromanik zu ändern. So ließ Pfarrer Gregor Strobel auch die Kirche modern renovieren und die alte Barockeinrichtung allmählich entfernen. Zuerst wurde 1874 die Kirchendecke mit einfacher Dekorationsmalerei erneuert. Dann kam 1877 ein neuer Hochaltar von Georg Nagenrauft und Josef Hilber aus Krumbach. Die Malereien und die Altarfassung stammten meist von Josef Bock, Maler in Krumbach. Der Nachfolger von Pfarrer Gregor Strobel war vom 1.1.1885 bis September 1899 Pfarrkurat Josef Überer, der die Kirchenrenovierung im Sinne Strobels fortsetzte. So folgten 1885 bis 1889 ein neuer Beichtstuhl, eine neue Kanzel und zwei Seitenaltäre. Das Maria- Schnee- Bild von Josef Kober aus dem Jahre 1862 war im Jahr 1889 noch auf dem Hochaltar. Es sollte 1890, wie die anderen alten Gemälde und Barockausstattungen, auf einem Wagen abtransportiert werden. Doch der alte Mesner Michl Wolf holte es wieder vom Wagen herunter und so blieb es der Kirche bis heute erhalten. Es hing dann einige Jahrzehnte an der Nordseite des Altarchores und ist jetzt am rechten Seitenaltar angebracht. 1891 erhielt der Hochaltar ein neues Gemälde und 1893 folgte der Abschluss der Kirchenrenovierung mit einer weiteren Dekoration des Kirchenschiffes. Dazu kamen neue Gemälde an den Seitenaltären und neue Türen.“ 1908 wurde wiederum die Orgel erneuert. Der Umbau zum neuromanischen Stil war letztendlich nichts anderes als ein moderner Bildersturm, dessen Ziel es war, mit dem alten gründlich abzurechnen. In der heutigen Zeit sind derartige Kirchensanierungen nicht mehr möglich, da der Denkmalschutz dem Einhalt gebieten würde. Das Foto aus der damaligen Zeit veranschaulicht, dass der Denkmalschutz nicht ohne Grund zu einer hoheitlichen Staatsaufgabe gemacht wurde.
Pfarrkirche neuromanisch




Edenhauser Pfarrkirche "neuromanisch" Zustand ab ca. 1895-1947

Die beiden Weltkriege überstand die Edenhauser Kirche unbeschadet. 1949 erhielt die Kirche neue Glocken. Pfarrvikar Luitpold Stempfle aus Attenhausen begann am 9.6.1947 erneut mit grundlegenden Restaurierungsarbeiten. Diesmal besann man sich auf die alte barocke Inneneinrichtung, deren Grundzüge im Gemälde vom Blitzschlag des Jahres 1749 der Nachwelt erhalten geblieben waren. In beispielloser Weise wurde in den Jahren 1947 bis 1966 versucht, den ursprünglichen Zustand der Kirche im barocken Baustil wieder herzustellen. Dies ist den Baumeistern und Künstlern in herausragender Weise gelungen, so dass Edenhausen heute zwar keine original barocke, dafür aber eine sehr gelungen nachgebaute barocke Kircheneinrichtung besitzt, die dem alten Glanz in nichts nachsteht. Selbst die aus der neuromanischen Zeit erhaltenen Möbelstücke (Volksaltar, und Priesterstuhl) passen erstaunlich gut in das barocke Ensemble.