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10.2.1.1 Der Grundriss:

Viele der Dorfkirchen im mittelschwäbischen Raum sind nach dem selben Schema gebaut: Sie besitzen – wie die Edenhauser Kirche ein Langhaus ohne Seiten- und Querschiffe. Der Chor ist vom Langhaus etwas abgesetzt, schmäler und am Hochaltar halbkreisförmig abgeschlossen. Der Kirchturm ist an der Naht zwischen Langhaus und Chor in das Mauerwerk des Kirchenbaues integriert. Diese Bauweise dürfte schon im 12. Jahrhundert angewendet worden sein. Sie verleiht der Kirche ihre Zweckmäßigkeit und garantiert eine über die Jahrhunderte angelegte Stabilität des Baukörpers.

10.2.1.2 Die Innenausstattung von 1735:

Im Gegensatz zur heutigen neubarocken Ausstattung der Kirche war die ursprüngliche Inneneinrichtung zwar ähnlich der heutigen, aber wegen der damals knappen Geldmittel etwas schlichter gehalten. Der Hochaltar war zu Ehren des hl. Thomas von Canterbury, der rechte Seitenaltar zu Ehren des hl. Florian, der linke zu Ehren der Heiligen Wendelin und Sebastian geweiht. In der Mitte, wo heute der Volksaltar steht, war ein kleiner Altar zu Ehren der Muttergottes, mit dem Bild ,,Maria Schnee". Dieses Bild wurde dem damals in Edenhausen tätigen Ursberger Pater Matthäus Manz von der regierenden Äbtissin von Edelstetten, Margaretha Anna von Werdenstein 1665 geschenkt. Das Originalbild ist nicht mehr erhalten, jedoch eine Kopie des Göggingers Josef Kober aus dem Jahre 1862, die heute den rechten Seitenaltar ziert.
Maria Schnee




Das Gnadenbild Maria Schnee oder Maria Major, Kopie von Josef Kober, 1862

Die Baukosten der neuen Kirche betrugen mit der Innenausstattung 2.559 Gulden und 29 Kreuzer. Interessant ist, dass das Ursberger Reichsstift während der Regentschaft des Abtes Johann Evangelist Haller von 1729 bis 1745, in 16 Jahren, 30.000 Gulden für die Beschaffung von Wein ausgab. Pro Jahr sind dies 1875 Gulden und machen jährlich fast ¾ der Baukosten der Edenhauser Kirche aus. Der Vergleich zeigt, dass zur damaligen Zeit Luxusgüter wie Wein überproportional teuer waren. Die Arbeitskraft, von der auch heute noch eine große Menge in Gebäudekosten enthalten ist, war dagegen von sehr geringem Wert. Abt Johann Evangelist Haller zeigte während seiner Regentschaft zwangsweise eine rege Bautätigkeit. Die meisten Gebäude im Klostergebiet waren abgewirtschaftet und baufällig. So wurden die Kapellen von Premach (1731) und von Hagenried (1733), die Kirchen von Edenhausen (1735), Langenhaslach (1737) und Oberrohr (1738) erneuert, die Inneneinrichtungen der meisten zu Ursberg gehörenden Kirchen wurden restauriert, Glocken und Orgeln beschafft, Straßen angelegt, sowie Fisch- und Löschweiher ausgegraben. Missernten wegen Hagel (13.7.1740) und Brände (18.3.1733 Edenhausen: 17 Wohnhäuser und 2 Ställe) rissen derartige Löcher in die Kassen des Klosters, dass der Abt Schulden aufnehmen musste und mehrmals aufgefordert wurde, zurückzutreten, was er schließlich im Jahr 1746 auch tat. Erst sein Nachfolger, Abt Joseph III. Seitz, ein leutseliger, beliebter und begnadeter Manager und Betriebswirt brachte die Finanzen des Kleinstaates wieder in Ordnung. Kaum war die Edenhauser Dorfkirche neu errichtet, schlug am 23.08.1749 ein so genannter „kalter Blitz“ in das Gebäude ein, dem fast die gesamte Inneneinrich-tung zum Opfer fiel. Lediglich der Gnadenaltar mit dem Bildnis von Maria Schnee aus dem Jahr 1665 blieb unversehrt. Das über dem Eingang zur Sakristei hängende Votivbild berichtet von diesem Ereignis.
Votivbild




Votivbild vom Blitzschlag am 23.08.1749

Beim einfachen Volk wurde die Tatsache, dass das Gnadenbild nicht beschädigt wurde als Wunderzeichen betrachtet und führte in den Folgejahren zu erhöhtem Wallfahreraufkommen nach Edenhausen.