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1.2 Das Leben unter dem Krummstab: Die Zeit von 1179 bis zur Säkularisa­tion 1802

1.2.1 Vom Mittelalter zur Neuzeit

In der Zeit von 1200 bis zum Jahr 1735 sind nur wenige Eckpunkte der Ge­schichte Edenhausens bekannt, da es sich um ein reichlich unbedeutendes Dorf handelte über das zu schreiben es sich für die Geschichtsschreiber des Klosters in der Regel nicht lohnte. Die Pestwellen und Kriege betrafen ohnehin das ge­samte Klostergebiet und mussten für Edenhausen nicht gesondert aufgeschrie­ben werden. Da Edenhausen als Eigenbesitzung des Klosters nie verpfändet oder verkauft wurde, tauchte es auch nur selten im Urbar den wirtschaftlichen Aufzeichnungen des Klosters auf. In den Bauernaufständen von 1525 wurden die Edenhauser Bauern vom „Winzer roten Fähnlein“ gezwungen, mitzuhelfen, das Ursberger Kloster zu plündern und zu brandschatzen. Die Aufständischen wurden von Abt Thomas Mang (1522-1569) schwer bestraft, die Anführer des „Winzer roten Fähnlein“ wurden am 12.11.1525 in Weißenhorn durch enthaupten hingerichtet. Der 30-jährige Krieg (1618-1648) brachte auch ins Ursberger Staatsgebiet Krieg, Krankheit , Tod und unbeschreibliche wirtschaftliche Probleme. Im Jahr 1632 wies Edenhausen noch 54 Feuerstätten auf. Im Jahr 1645 waren es noch ganze 9. Am Ende des Krieges fanden sich in Edenhausen nur noch ein Tagwerker und ein verarmter Tiroler, so dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine einzige heute in Edenhausen lebende Familie mit den vor 1648 in Edenhausen lebenden Menschen blutsverwandt ist. Die Felder konnten aus Mangel an Ar­beitskräften und Zugvieh nicht mehr bebaut werden und auf den landwirtschaftli­chen Flächen begann in Folge der natürlichen Sukzession der Wald zu wachsen. Erstaunlicherweise scheint die alte Edenhauser Kirche die Zeit von 1200 bis 1735 unbeschadet von Krieg und Zerstörung überstanden zu haben. Bisher wurden keine Dokumente gefunden, die zum Nachweis für eine Zerstörung der Kirche – auch nicht während des 30-jährigen Krieges - herangezogen werden könnten.

1.2.2 Der barocke Kirchenneubau von 1735

Erst 90 Jahre nach dem Ende des 30 jährigen Krieges, d. h. erst nach drei Gene­rationen, hatte sich das Kloster Ursberg so weit wirtschaftlich erholt, dass es nach dem Wiederaufbau der meisten Ursberger Gebäude daran gehen konnte, die Kir­chen der Eigenbesitzungen zu erneuern. Am 8. Mai 1735 konnte nach dem Ab­bruch der alten Edenhauser Kirche der Neubau begonnen werden. Teile des al­ten Kirchturmes wurden vermutlich wieder verwendet, worauf die Jahreszahl 1673 im heutigen Turm hinweist. Wie in der damaligen Zeit üblich, wurde eine barocke Kirche errichtet, die die Lebensfreude der Menschen nach dem Ende des 30- jäh­rigen Krieges wiederspiegelt. Am 30. Oktober des Jahres 1735 nach der damals sensationellen Bauzeit von 6 Monaten, war die neue Kirche bezugsfertig und wurde vom Abt und Bauherrn Jo­hann Evangelist Haller eingeweiht. Erst am 6. Juli 1746, kurz nach der Abdan­kung des Bauherrn Johann Evangelist Haller wurde die bischöfliche Weihe der Edenhauser Kirche vom Augsburger Weihbischof Johann Jakob von Mayer voll­zogen.
Haller




Der Erbauer der Edenhauser Kirche, Abt Johann Evangelist Haller (1729-1746)